Den Rasen düngen – Tipps zum Dünger und zur Aufbringung

Nährstoffmangel kann eine Ursache für unansehnliche bzw. zerstörte Rasenflächen sein. Eine regelmäßige Düngung kann diesem frühzeitig entgegenwirken und somit für einen schönen und belastbaren Fertigrasen sorgen. Die richtigen Nährstoffe sichern auch beim Rasen eine gute Entwicklung. Äquivalent zu anderen Gartenpflanzen stellen auch hier Stickstoff (N), Phosphor (P) und Kalium (K) die Grundnährstoffe dar, wobei Stickstoff vornehmlich für das Wachstum und die Grünfärbung sorgt, Phosphor das Wurzelwachstum begünstigt und Kalium die Resistenz gegenüber Umwelteinflüssen positiv beeinflusst. Aber wie so häufig kommt es auch hier auf ein ausgewogenes Verhältnis an, um die gewünschten Resultate zu erzielen.

Spezielle Rasendünger vereinen schon eine Vielzahl von guten und passenden Düngereigenschaften, so dass diese in der Regel die Nährstoffe in einem guten Verhältnis beinhalten und auch über einen langen Zeitraum wirken. Aber aufgrund der im Handel verfügbaren Vielzahl von Produkten gilt es, ein paar Grundregeln zu beachten, um ein schönes Ergebnis zu bekommen und gleichzeitig kann oftmals noch Geld gespart werden, wenn diese Grundregeln beachtet werden.

Auswahl des passenden Rasendüngers

Grundsätzlich werden vielfältige Anforderungen an einen guten Rasendünger gestellt. Angefangen bei einer gleichmäßigen und langanhaltenden Nährstoffversorgung mit den richtigen Nährstoffen, soll ein Dünger die restliche Natur möglichst schonen. Aber auch im Rahmen der Anwendung werden unterschiedliche Ansprüche gestellt. Auf der einen Seite muss die Anwendung für den Menschen sicher sein und ein Verbrennen des Rasens ist auf jeden Fall zu vermeiden. Ebenso sollte das Handling ein problemloses du gleichmäßiges Verteilen ermöglichen, was sich bspw. in der Streubarkeit des Düngers niederschlägt, wie auch darin, dass der Dünger bei korrekter Lagerung nicht verklumpt. Teilweise sind die Merkmale situationsspezifisch: Fehlen im Boden z. B. bestimmte Nährstoffe, können diese mit einem darauf spezialisierten Dünger gut ausgeglichen werden. Auch hier können die Ergebnisse der Bodenanalyse wieder herangezogen werden, um eine optimale Abstimmung zu ermöglichen. Die allgemeinen Merkmale sollte jeder Dünger im Fachhandel erfüllen (Streubarkeit, umweltschonend etc.). Trotzdem lohnt sich immer ein Vergleich verschiedener Dünger, auch um eine günstige Lösung zu finden. Hier sollte nicht nur der reine Packungspreis herangezogen werden, sondern wirklich vergleichen lassen sich nur genormte Preise, bspw. indem man vergleicht, was es kostet, den Rasen für ein Jahr mit diesem oder jenen Dünger zu versorgen, denn nur dann werden Wirkungsdauer, notwendige Aufbringungsmenge oder Packungsgrößen nivelliert.

Hier nochmal die wichtigsten Eigenschaften, auf die ein guter Dünger untersucht werden sollte:

  • Sorgt der Dünger für eine gleichmäßige und für die Situation angepasste Nährstoffversorgung?
  • Passt die Granulatgröße zum Rasen?
  • Ist der Dünger umweltschonend und ebenso sicher wie einfach in der Anwendung?
  • Was kostet der Dünger pro Flächeneinheit pro Jahr im Vergleich zu alternativen Produkten?

Erst wenn diese Fragen ausreichend beantwortet werden können, sollte ein Dünger verwendet werden. Im Zweifel ist auch hier ein Fachmann zu Rate zu ziehen, um Falschdüngungen zu vermeiden, die nicht nur unnötige Arbeit darstellen, sondern ebenso teuer sind und evtl. sogar dem Fertigrasen schaden können.

Alternativen zu speziellem Rasendünger

Landwirtschaftliche Dünger und allgemeine Gartendünger sind in der Regel nur wenig geeignet, um den speziellen Anforderungen und Nährstoffbedarfen von Rasen gerecht zu werden, so dass als grundlegender Rat auf jeden Fall ein spezifischer Rasendünger verwendet werden soll.

Von organischem Material als natürlicher Rasendünger ist nicht grundsätzlich abzuraten. Allerdings machen hier die schwierig zu bestimmende Wirkungsdauer, die ungewisse Dosierung und auch die gleichmäßige Verteilung die korrekte Anwendung oftmals schwierig. Ebenso wird das optische Bild und die Funktionalität nicht selten in einem unterwünschten Maße beeinträchtigt, dass an dieser Stelle Rasendünger den Vorzug erhält.

Als Fazit kann festgehalten werden, dass ein guter Rasendünger die folgenden Eigenschaften in sich vereinen sollte:

  • Langer Wirkungszeitraum indem insbesondere der Stickstoff in verschiedenen Formen dem Rasen als Nährstoff über einen langen Zeitraum zur Verfügung gestellt wird
  • Gleichmäßige Nährstoffversorgung begünstigt ein gleichmäßiges Wachstum und vermeidet Stoßwachstum
  • Zusätzlich zu den Grundbestandteilen Stickstoff, Phosphor und Kalium sind Magnesium (Mg) und Eisen (Fe) sinnvolle Ergänzungen, um das Blattgrün und die damit zusammenhängende Photosynthese zu fördern
  • Alle Bestandteile sind umweltschonend, biologisch abbaubar und vollkommen unschädlich für Flora und Fauna
  • Die Konsistenz lässt eine gleichmäßige und einfache Aufbringung zu und ist einfach in der Handhabung
Spezialdünger für einzelne Sorten und Jahreszeiten

Neben den allgemeinen Langzeitrasendüngern sind im Handel auch Dünger für speziell genutzte Rasenflächen erhältlich, bspw. für Golfrasen, stark beanspruchte Fußball- und Sportrasen, Zierrasen etc. Hier werden dann jeweils noch einmal die speziellen (Nutzungs-) Anforderungen und üblicherweise verwendeten Rasenmischungen bzw. Grassorten berücksichtigt.

Zusätzlich gehen einige Düngersorten auf den speziellen Nährstoffbedarf in Abhängigkeit der Jahreszeit ein, indem bspw. das Verhältnis der enthaltenen Nährstoffe angepasst ist. So sind im Fachhandel Frühjahrs-, Sommer-, Herbst- und Winterdünger erhältlich, die den spezifischen Ansprüchen noch einmal entsprechend angepasst sind.

Wann und wie sollte man düngen?

Generelle Anwendungsempfehlungen sind schwer zu geben, weil sie von dem jeweils verwendeten Dünger abhängen. Die klare Empfehlung hier ist, sich an die Gebrauchsmengen und –jahreszeiten zu halten, die auf den jeweiligen Produktverpackungen abgedruckt sind, um eine korrekte Anwendung sicherzustellen und auch Fehldüngungen und damit evtl. zusammenhängende Schäden für den Rasen oder die Umwelt zu vermeiden.

Als Hilfsmittel für die Aufbringung sind im Gartenfachhandel vielfältige Werkzeuge und Geräte verfügbar. Düngerwagen, Kastenstreuer, Streuwagen oder auch Handstreuer sind nur eine kleine Auswahl von Hilfen, die gute Dienste bei der korrekten Dosierung und einfachen Rasendüngung geben. Die hier investierten Gelder sind gut angelegt, da ein Überdüngen vermieden wird und damit auch Dünger gespart werden kann. Gleichzeitig wird die Rasenfläche gleichmäßig mit Dünger versorgt, was per Hand viel Übung bedarf und auch zeitintensiver ist.