Rasenkrankheiten (insbes. Pilzkrankheiten)

Als letzten Teil des Tipps und Empfehlungen, wie schöner Rasen erhalten bleiben kann, werden hier die Rasenkrankheiten aufgeführt, die häufig zu Schwierigkeiten mit dem schönen Grün im Garten führen können. Das Auftreten der hier aufgeführten (Pilz-) Rasenkrankheiten ist in der Regel nicht nur bei klassisch gesätem Rasen zu beobachten, sondern ebenso Rollrasen oder Fertigrasen kann in bestimmten Situationen von den Krankheiten in Mitleidenschaft gezogen werden.

Prävention & Bekämpfung allgemein

Es gibt eine Vielzahl von Pilzkrankheiten im Rasen, die auftreten können. Eine detaillierte Auflistung (ohne Anspruch auf Vollständigkeit) findet sich im anschließenden Abschnitt. Obwohl nur wenige Krankheiten dem Rasen so ernsthafte Schäden zufügen, dass akute Gegenmaßnahmen ergriffen werden müssen, sollte jede unnötige Belastung für den Rasen vermieden werden. Ist der Rasen einmal befallen, lässt sich gegen die Ausbreitung oftmals allerdings nur wenig tun, denn die Sporen werden durch vielfältige Wege verbreitet: durch die Luft, durch Feuchtigkeit, durch den Boden oder auch durch den Kontakt zu Mensch und Tier. Abhängig von der jeweiligen Pilzart gedeihen diese am besten bei bestimmten Bedingungen: die eine Art bevorzugt warme Umgebung, wohingegen eine andere Art eher kalte Winterbedungen präferiert. Den meisten Arten gemein ist die Liebe zur Feuchtigkeit.

Einfache Mittel zur Vorbeugung & Bekämpfung

Es gibt eine Reihe von Punkten, die eine Verbreitung von Pilzrkrankheiten begünstigen und gleichzeitig eine unnötige Belastung für die Grünfläche darstellen. Eine Vermeidung dieser Gegebenheiten stellt daher eine empfehlenswerte Maßnahme, um Pilzkrankheiten im Rasen vorzubeugen. Der schöne Nebeneffekt ist, dass der Rasen in der Regel von diesen Präventionsmaßnahmen ebenso profitiert und sie mit einer guten Optik und saftig grünen Farbe belohnt.

  • Zu dichter Bestand und starke Verfilzung
  • Zu wenig Belüftung im Gras- und Wurzelbereich
  • Zu häufiges und zu dichtes Mulchen
  • Zu hoher Rasenstand
  • Dichte Laubdecke, insbesondere im Winter
  • Andauernder zu tiefer Schnitt

Durch die Tipps und Empfehlungen im Kapitel Mähen sind diese Punkte leicht zu verbessern

  • Falscher pH-Wert: Sowohl zu niedrig, als auch zu hoch ist nur förderlich für Pilze
  • Nährstoffüberversorgung

Durch die Tipps und Empfehlungen im Kapitel Rasendüngung sind diese Punkte verbesserbar

  • Stehende Luft
  • Hohe Luftfeuchtigkeit und ständig feuchtes Klima

Tipps und Empfehlungen im Kapitel Bewässerung bringen hier Abhilfe; evtl. müssen die Bodenbedingungen angepasst werden um bspw. Staunässe zu vermeiden. Tipps findet man im Kapitel Bodenkunde

Neben der Prävention sind diese Maßnahmen auch geeignet um akute Pilzkrankheiten zu bekämpfen bzw. deren Ausbreitung zu verlangsamen. Im Grunde geht es darum, den Rasen durch die oben beschriebenen Maßnahmen wie korrekte Pflege, Düngung des Rasens etc. gegenüber dem Pilz zu stärken. Da Pilze oftmals auch den Wurzel und Bodenbereich der Rasensoden durchsetzen ist auch das Aerifizieren mit anschließendem Besanden eine gute Maßnahme gegen Pilzbefall.

Zusätzlich zu den oben angeführten Maßnahmen, ist die Wahl des richtigen Saatgutes für die jeweiligen Standortbedingungen eine Voraussetzung, mit der Pilzen vorgebeugt werden kann. Bei gesätem Rasen sollte eine Rasensaat aus der Regel-Saat-Mischung gewählt werden. Bei der Wahl von Fertigrasen oder Rollrasen sind in der Regel auch verschiedene Sorten verfügbar, die für verschiedene Standortbedingungen geeignet sind. Gerade bei schattigen Lagen ist dies zu berücksichtigen, denn sehr schattige Standorte begünstigen ebenfalls das Pilzwachstum.

Rasenkrankheiten Übersicht - Teil 1

Dry Patch - Trockenflecken

Charakter:
Auf Rasenflächen bspw. Golfgrüns häufig zu beobachten. Wird insbesondere in trockenen, heißen Witterungsperioden begünstigt.

Symptome:
Trockene Bereiche, welke Grasflächen und deutlich reduziertes Wachstum der Rasenwurzeln. Auch aufgebrachte Bewässerung fließt oberflächig ab, so dass es nicht mehr in den Boden eindringen kann. Pilz bilde eine wachsartige Schicht, die sogar eine Bildung von Tau verhindert.

Ursachen:
Es ist eine Pilzerkrankung, die durch niedrige pH-Werte begünstigt wird. Ebenso stark verfilzter Rasen wird stärker befallen. Hohe Bodenverdichtungen und Probleme bei der Bewässerung / Beregnung können ebenfalls Auslöser sein. Tritt oftmals auch als Konsequenz aus Hexenringen auf (s.u.)

Prävention & Gegenmaßahmen:
Beseitigung der Verfilzung und Bodenverdichtung des Rasens, bspw. durch Vertikutieren und Aerifizieren. Außerdem sollte die Bewässerungstechnik verbessert werden. Zusätzlich Gegenmaßnahmen gegen die Hexenringe vornehmen (s.u.).

Schneeschimmel Microdochium nivale (auch als Fusarium nivale bezeichnet)

Charakter:
Sehr weit verbreiteter Rasenpilz, der großen Schaden anrichtet.

Typischer Zeitpunkt und Ort des Auftretens:
Kann prinzipiell zu jeder Jahreszeit auftretet, gehäuft im Frühjahr und Herbst. Tritt oftmals auf sehr gepflegten Rasenflächen auf, die sich durch feine und dichte Rasensorten auszeichnen.

Symptome:
Beginnend mit kleinen, dunkelbraunen, runden Punkten entstehen schnell größere Flächen mit abgestorbenem Gras. Typische Farbgebung der Flecken ist ein helleres Zentrum mit einem dunkleren Ring. Das weiße oder hellrote Pilzmyzel ist teilw. an den Rändern der Flecken erkennbar. Erkrankte Flächen sind sehr feucht, teilweise verklebt und schleimig.

Ursachen:
Alkalische Bedingungen und feuchtes Wetter sind eine häufige Ursache, gerade in Verbindung mit einer starken, stickstoffhaltigen Herbstdüngung.

Prävention & Gegenmaßahmen:
Die Feuchtigkeit muss verringert werden, indem bspw. eine Drainage gelegt wird und/ oder der Boden nachhaltig belüftet wird. Besanden und Vertikutieren sind zusätzliche Maßnahmen, die für eine Verbesserung der Standortbedingungen sorgen. In Kombination mit der Anpassung von Düngezeitraum (nicht in den potenziell gefährlichen Jahreszeiten wie Frühjahr oder Herbst) und Art des Düngers (nicht zu kalk- und stickstoffhaltig) kann dem Auftreten gut vorgebeugt werden.
Als Grundsatz sollte gerade bei anfälligen Flächen Rasen-Schnittgut immer entfernt werden.

Rotspitzigkeit (Laetisaria fuciformis oder auch Corticium fuciformis) 

Charakter:
Stark in heimischen Gefilden verbreitet. Obwohl alle Rasensorten darunter leiden können, sind gerade die Sorten Lolium perenne und Festuca rubra überproportional häufig betroffen (wie auch andere langsam wachsende und pflegeintensive Grassorten). Befallene Flächen erholen sich nach Gegenmaßnahmen in der Regel wieder, nur bei sehr starkem Befall muss die Rasenfläche neu angelegt werden.

Symptome:
Unter eher milden, klimatischen Bedingungen bilden sich im Sommer und Herbst (teilweise auch bis in den Wintern hinein) fleckenartige Schadstellen im Rasen (auch im Fertigrasen oder Rollrasen können diese Probleme auftreten), die oft hellrot, rosa oder rötlich erscheinen. Die Größe variiert von 2-35cm und in der Regel nicht sehr scharf abgegrenzt. Bei geringem Befall sterben vor allen Dingen die Spitzen der Blätter ab, der Rest bleibt mehr oder weniger unberührt.

Ursachen:
Die Ursachen sind nadelähnliche Pilzhyphen, die an den erkrankten Blättern herausstehen, und bis zu 25 mm lang sein können. Dieser Pilz wird insbesondere durch eine mangelnde Nährstoffversorgung begünstigt. Gerade ein Fehlen von Stickstoff kann die Ursache sein.

Prävention & Gegenmaßahmen:
Ausreichende Stickstoffdüngung sollte auch in den Sommermonaten bei ausreichender Feuchte erfolgen, um das Wachstum zu fördern und die Resistenz gegenüber dieser Problematik vorzubeugen. Allerdings ist gleichzeitig eine Überdüngung zu vermeiden, da sonst andere Pilzkrankheiten auftreten können. Ebenso ist die Wahl von weniger anfälligen Zuchtsorten eine gute Methode, diesem Problem vorzubeugen.

Rasenkrankheiten Übersicht - Teil 2

Dollarfleckenkrankheit Sclerotinia homoeocarpa

Charakter:
Die Dollarfleckenkrankheit tritt insbesondere bei sehr gepflegtem Rasen auf. Bei normalen Rasen, der auch nur in normalem Maße gepflegt wird, eher selten zu beobachten.  Prinzipiell können alle Rasensorten befallen werden, allerdings werden sehr langsam wachsende Sorten häufiger befallen, genauso wie sehr pflegebedürftige Sorten. Teilweise kommt diese Krankheit bei Rasen, Fertigrasen oder Rollrasen auch in Kombination mit Rotspitzigkeit vor.

Symptome:
Die im Sommer und Herbst auftretenden, kleinen und kreisrunde Flecken mit einem Durchmesser von ca. 5cm sind in der Regel recht scharf abgegrenzt. Die inneren Bereiche der Flecken sind abgestorben. Starken Befall kann man daran erkennen, dass sich mehrere Einzelflecken zu größeren Flächen zusammenschließen können.

Ursachen:
Die anfälligen Rasensorten neigen insbesondere bei Nährstoffmangel zu dieser Problematik, gerade bei Stickstoffmangel.

Prävention & Gegenmaßahmen:
Im Handel sind resistente Sorten verfügbar. Ebenso beugt eine adäquate Versorgung mit Nährstoffen, insbesondere Stickstoff, vor. Allerdings muss auch vor Überdüngung gewarnt werden, weil damit in der Regel andere Krankheiten begünstigt werden.

Blattfleckenkrankheit Helminthosporium vagans

Charakter:
Obwohl die Blattfleckenkrankheit sehr verbreitet ist, verursacht sie nur geringe Schäden.

Symptome:
Braune, schwarze, oliv- bzw. dunkelgrüne oder auch purpurne Flecken, die in der Größe variieren können und zu jeder Jahreszeit auftreten können, deuten auf diese Erkrankung des Rasens hin. Dabei ist keine spezielle Rasen- oder Grassorte stärker oder weniger stark betroffen, sondern prinzipiell kann die Blattfleckenkrankheit bei allen Grassorten und Rasentypen erscheinen.

Ursachen:
Insgesamt schlechte Bedingungen, die die Gräser schwächen sind in Verbindung mit warmem und feuchtem Klima eine der Ursachen für Blattfleckenkrankheit. Frische und regelmäßig gepflegte Flächen sind eher seltener von diesen Problemen betroffen, insbesondere wenn auf eine gute Bewässerung und einen gut durchlüfteten Boden geachtet wird.

Prävention & Gegenmaßahmen:
Die regelmäßige Pflege und das Entfernen alten Rasen-Schnittgutes sind zwei gute Maßnahmen zur Verbesserung der Situation. Gleichzeitig sollte der Wasserhaushalt kontrolliert werden und evtl. die Bodenverhältnisse auf Durchlässigkeit überprüft werden. Sind auch hier die richtigen Voraussetzungen geschaffen kann ein regelmäßiger Luftzug zu große Luftfeuchtigkeit regulieren, indem bspw. die Windexposition erhöht wird, bspw. indem Hindernisse wie Hecken, Zäune, Mauern etc. entfernt werden.

Schwarzbeinigkeit Ophiobulus graminis

Charakter:
Die Schwarzbeinigkeit ist im Rasen eher selten. Wenn sie aber auftritt, kann sie große Schände anrichten und eine vollständige Neuanlage der Rasenfläche notwendig machen. Kann prinzipiell in jeder Rasensorte auftreten, wobei ein Auftreten bei bestimmten, Agrostis-dominierten Beständen vermehrt beobachtet wird.

Symptome:
Diese Pilzerkrankung befällt die Wurzeln des Grases und bewirkt eine Verfärbung des Rasens. Im Sommer oder Herbst äußert sie sich durch ein Auftreten von gelblichen oder orange-rötlichen Ringen (ca. 10-100cm im Durchmesser), teilweise gefolgt von Ringen mit abgestorbenem Gras. Im Ring werden dann nur noch Pflanzen verschont, die resistent sind. Teilweise besteht Verwechslungsgefahr mit Hexenringen.

Ursachen:
Tritt oft bei Golfrasen auf, wenn z. B. nasse Oberflächen noch gekalkt werden. Gerade bei der Neuanlage von Golfrasen wird diese Krankheit beobachetet, bspw. wenn die Vegetationsschicht „künstlich“ aufgeschichtet wurde.

Prävention & Gegenmaßahmen:
Aufgrund der schweren Schäden und der Resistenz der Krankheit, ist Prävention hier das klare Mittel der Wahl. Zu viel Nässe ist zu vermeiden, unterstützt durch regelmäßige Lüftung und evtl. auch Drainagesysteme. Eine starke Erhöhung des pH-Wertes ist ebenfalls zu vermeiden, indem entweder komplett auf Kalk verzichtet wird, oder nach einer Kalkung der pH-Wert durch die Aufbringung von saurem Dünger wieder korrekt eingestellt wird. Auch zu kalkhaltiges Wasser kann die Verbreitung schon begünstigen, so dass auch hier eine Untersuchung vorgenommen werden sollte. Tritt die Schwarzbeinigkeit einmal auf, ist sie nur schwer in den Griff zu bekommen.

Rasenkrankheiten Übersicht - Teil 3

Hexenringe Typ 1 Marasmius oreadas

Charakter:
Hexenringe treten relativ häufig auf Golfrasen, bspw. Fairways etc. auf. Dort können Sie große Schäden anrichten. Starke Schäden sind in die Folge mit einem Absterben der Flächen. Betroffen sind alle Rasenflächen. Leichte, sandige Böden sind häufiger betroffen, prinzipiell treten Hexenringe auf allen Böden auf.

Symptome:
Im Sommer bei trockener Witterung sind die Symptome am besten sichtbar, bestehen aber häufig über mehrere Jahre. Für Hexenringe Typ 1 sind zwei Ringe charakteristisch, die bogen- oder kreisförmig sind und eine dunkelgrüne Farbe haben. Zwischen den einzelnen Ringen wird ein Ring aus abgestorbenem Gras eingeschlossen, teilweise auch aus abgestorbenen Grasflächen. Durch den Pilz vertrocknen die Pflanzen, indem durch das weißliche, sehr dichte Pilzgeflecht unter den Pflanzen die Wasserversorgung abgeschnitten wird. Die Ringe, die an der Oberfläche am Ende des Sommers bzw. im Herbst teilweise in einem gelblichen braun sichtbar sind, sind Teiles dieses Pilzes.

Ursachen:
Die Ursachen sind bei den Hexenringen noch nicht endgültig geklärt. Teilweise geht man davon aus, dass eine häufige uns starke Bewässerung in Verbindung mit der Neigung zur Staunässe die Hexenringe Typ 1 begünstig.

Prävention & Gegenmaßahmen:
Die Hexenringe bzw. das Pilzmyzel ist sehr resistent und daher ist eine komplette Beseitigung schwierig. Das Durchfräsen von betroffenem Erdreich kann helfen, um mit Gegenpilzen die Hexenringe zu bekämpfen. Ein Abtragen des Erdreiches zeigt in der Regel die besten Ergebnisse, ist allerdings auch sehr aufwändig. Chemische Gegenmaßnahmen helfen, allerdings muss der Boden vorher auf den Einsatz vorbereitet werden. Der Pilz bildet eine Art wasserundurchlässigen Schild, der auch eine Benetzung mit Fungiziden verhindern würde. Durch ein Aerifizieren kann Abhilfe geschaffen werden.

Hexenringe Typ 2 (Scleroderma ssp.)

Charakter:
Im Gegensatz zum Typ 1 richtet der Typ 2 nur eingeschränkt Schäden an. Dieser Typ wird meisten auf feinen Rasenflächen wie Zierrasen beobachtet. Auf allen Rasentypen vertreten.

Symptome:
Obwohl die Pilze ganzjährig vorhanden sind, treten die Symptome nur im (Spät-) Sommer oder auch im Herbst auf. In Ringen, Bögen oder Bändern wächst das Gras schneller und die Farbe entwickelt sich ins Dunkelgrüne. Teilweise ist auch der Fruchtkörper des Pilzes sichtbar, was schon eine der negativsten Folgen ist, indem sich Ständer- oder auch Blätterpilze zeigen.

Ursachen:
Die wirklichen Ursachen sind nicht bekannt, allerdings begünstigt Stickstoffmangel die Symptome.

Prävention & Gegenmaßahmen:
Da die Schäden sich in der Regel auf das Erscheinungsbild beschränken, wird von Gegenmaßnahmen oftmals komplett abgesehen. Eine Düngung mit Stickstoff (im Rahmen der Vegetationszeit) kann hier schon eine optische Verbesserung erzielen. Um auch die umliegenden Flächen dem Dunkelgrün anzupassen, kann Eisensulfat angewendet werden.

Hexenringe Typ 3 (Hygrophorus ssp.)

Charakter:
Glücklicherweise richten Hexenringe Typ 3 keine wirklichen Schäden an, denn sie sind stark verbreitet. Kommt auf allen Rasenflächen vor, lediglich stark genutzter Rasen scheint seltener von dieser Krankheit betroffen zu sein.

Symptome:
Auch dieser Pilz ist das ganze Jahr vorhanden, meistens aber nur für einen kurzen Zeitraum im Herbst. Ringe in dunkelgrün, in denen der Wuchs verstärkt ist, sind Anzeichen von Hexenringen Typ 3. Auch hier können Fruchtkörper in der Rasenfläche erscheinen.            

Ursachen:
Wie bei den Hexenringen Typ 2 ist auch hier die Ursache nicht bekannt. Auch begünstigende Faktoren werden nicht genannt.

Prävention & Gegenmaßahmen:
Aufgrund der ausbleibenden Schäden sind keine Gegenmaßnahmen erforderlich. Da die Ursachen nicht bekannt sind, gibt es auch keine Präventionsempfehlungen, außer einer Entfernung der Fruchtkörper, bevor diese neue Sporen freisetzen können.

Rasenkrankheiten Übersicht - Teil 4

Rost (Pucinia ssp.)

Charakter:
Von Rost können fast alle Gras- und Rasensorten befallen werden, wobei Lolium perenne und Poa pratensis häufiger Opfer werden. Meistens ist der Befall eher leicht mit wenigen Konsequenzen, schwerer Befall dahingegen eher selten.

Symptome:
Rost zeigt sich durch braune oder auch orangefarbene Pusteln an den Grasblattflächen, die entweder unregelmäßig gestreut werden oder linienförmig erscheinen. Das Auftreten ist in der Regel im Sommer oder im Herbst zu beobachten.

Ursachen:
Langer, selten gemähter Rasen in Verbindung mit feuchtwarmer Witterung kann das Auftreten von Rost begünstigen. Regelmäßiger Schnitt kann den Befall verhindern.

Prävention & Gegenmaßahmen:
Regelmäßiger Schnitt und die Auswahl entsprechend resistenter Gras- bzw. Rasensorten kann das Auftreten eindämmen bzw. das Erscheinen überhaupt verhindern.

Wurzelbrand (Rhizoctonia solani)

Charakter:
Alle Gras- oder Rasensorten können prinzipiell befallen werden, wobei Sorten mit hohem Anteil an Agrostis oder Festuca häufiger betroffen sind. Insgesamt ist das Auftreten von Wurzelbrand eher selten, dann aber mit ernsthaften Konsequenzen und starkem Befall.

Symptome:
Schon bei der Neuansaat werden junge Graskeime befallen und so wird ein Absterben der Keimlinge bewirkt in Verbindung mit dem ungleichmäßigem Auflaufen. Bestimmte Zeitpunkte des Auftretens sind nicht zu verzeichnen, währen der gesamten Vegetationsperiode tritt das Problem auf.

Ursachen:
Die grundsätzliche Ursache liegt meistens bereits im Saatgut, welches infiziert ist. Begünstigt wird die Krankheit allerdings durch eine falsche, unausgewogene Versorgung mit Nährstoffen. Insbesondere ein Überangebot von Phosphor und Stickstoff bei gleichzeitiger Unterversorgung mit Kali und Magnesium fördern die Problematik.

Prävention & Gegenmaßahmen:
Ausgewogene, den Bodengegebenheiten angepasste Versorgung mit Nährstoffen, evtl. nach einer Bodenanalyse bei der LUFA. Ebenso sind spezielle Saaten verfügbar, die nicht infiziert sind. Ebenso bietet sich die Verwendung von Rollrasen Kunstrasen an, um dieser Krankheit vorzubeugen.

Wurzelhalsfäule (Typhula incarnata)

Charakter:
Die Wurzelhalsfäule kann bei allen Rasentypen auftreten, allerdings sind sowohl die Sorten Lolium perenne und auch Festuca rubra stärker betroffen. Ebenso scheinen sandige Böden das Auftreten zu begünstigen. Die Schäden können teilweise sehr schwer sein, abhängig von der Witterung und dem Verlauft der Witterung im Laufe des Jahres.

Symptome:
Im Frühjahr zeigen sich die Symptome in Form von kreisrunden Flecken mit abgestorbenem Gras, das auf den Blättern die blassrosa bis weißen Pilzmyzele zeigt. Durch diesen Pilz fault die Wurzel und die Gräser sterben infolge ab. Obwohl die Symptome erst im Frühjahr auftreten, setzt sich der Pilz in der Regel schon im Herbst oder Winter des Vorjahres ein.

Ursachen:
Dichter Grasbestand, starke Verdichtung und sehr feuchtes Klima sind die bekannten Ursachen.

Prävention & Gegenmaßahmen:
Neben dem Aerifzieren, dem Besanden und auch dem Vertikutieren gibt es weitere Präventionsmaßnahmen. Eine eingeschränkte Herbstdüngung und ein kurzer Winterschnitt erschweren die Ausbreitung bzw. verhindern ein Auftreten.