Guter Boden ist die Basis für schönen Rasen

Um die perfekten Bodenvoraussetzungen zu schaffen, sollte erst der vorhandene Boden analysiert werden. Bei sandigem Boden oder Lehmboden sind in der Regel die Bedingungen nicht optimal, sondern sollten verbessert werden. Hier erfahren Sie im Detail, wie leicht zu testen ist, welcher Boden im Garten vorhanden ist und wie der Boden verbessert werden kann, damit der Rasen, Rollrasen oder Fertigrasen perfekt gepflegt werden kann.

Welchen Boden braucht ein Rasen zum Wachsen?

Auch wenn Rasen keine übermäßig hohen Anforderungen an den Boden stellt, sollte trotzdem eine Reihe von Grundvoraussetzungen erfüllt sein, damit sowohl Rasensaat wie auch Fertig- oder Rollrasen gedeiht und langfristig ein schönes Ergebnis resultiert. Gerade weil oftmals an Neubauten Rasenflächen neu angelegt werden, ist hier auf eine qualitativ gute Erde bzw. guten Mutterboden zu achten, mit dem die Bereiche aufgefüllt werden. Hingegen dieser Empfehlung werden zur Verfüllung teilw. Überbleibsel der Bautätigkeit (div. Abfälle, Glasmüll, nicht gebrauchtes Baumaterial bis hin zu brauchbarem Werkzeug) gemischt mit Sandresten oder anderen Materialien verfüllt und nur sehr oberflächlich mit qualitativ hochwertiger Gartenerde überdeckt, um zumindest den optischen Eindruck einer guten Basis für einen Garten zu wahren. An dieser Stelle bereits auf entsprechend geeignete Materialien zur Verfüllung zu achten bewahrt vor nachträglichen Arbeiten.

Herrschen diese extrem schwierigen Bedingungen, kann sogar ein Tausch des Erdreiches notwendig werden, um überhaupt ein Gedeihen und Wachsen von Fertigrasen und anderen Pflanzen zu ermöglichen. Gerade bei größeren Flächen ist die per Hand fast nicht mehr zu leisten, sondern entsprechendes Gerät zur Unterstützung hier notwendig bzw. direkt der Fachmann mit der Aufgabe zu betrauen. Bei der Austauscherde ist darauf zu achten, dass vor allem freiliegende Erde mit vielen Fremdsamen „verunreinigt“ sein kann und daraus ein vermehrter Wuchs von Unkraut resultieren kann. Ansonsten sollte Erde ausreichend Wasser speichern können und ebenso mit ausreichend Sonne versorgt werden. Für schattigere Stellen eignen sich spezielle Schattensaatmischungen, die auch mit wenig Sonne gedeihen können.

Welchen Boden habe ich im Garten?

Wie so häufig im Leben – die richtige Mischung macht es und genau das gilt auch für einen guten Boden. Der ideale Gartenboden ist von krümeliger, nährstoffreicher Struktur und kann bei guter Belüftung trotzdem ausreichend Wasser speichern. Diese Eigenschaften werden durch ein Zusammenspiel der Bodenbestandteile Sand, Lehm, Ton & Humus erreicht. Fehlen Bestandteile im Boden, können diese aber durch das manuelle Einbringen derselben angereichert werden und der Boden wird qualitativ besser.

Um einen detaillierten Überblick incl. Düngeempfehlung zu bekommen, wird eine umfassende Bodenanalyse bei der Landwirtschaftskammer (Lufa NRW) empfohlen. Dort kann eine Bodenprobe eingeschickt werden und als Ergebnis wird eine umfangreiche Auswertung bzgl. pH-Wert und Nährstoffvorkommen geliefert, die so kein anderer Test liefert. Für ca. 50€ kann hier eine hilfreiche und sinnvolle Analyse in Auftrag gegeben werden.
Unter http://www.landwirtschaftskammer.de/lufa/analysen/boden/haus-_und_kleingarten.htm
 findet man alle notwendigen Informationen Formulare und weiteren Kontaktdaten.

Neben dieser umfangreichen Analyse kann aber ein erster Test bereits Hinweise auf die Bodenart geben und erste Maßnahmen können eingeleitet werden und so auf einfache Weise die Qualität des Bodens verbessert werden.

Zusammensetzung 

Das Vorkommen von Lehm, Humus und Sand ist auch für Laien durch einen einfachen Test erkennbar.

Leichter, sandiger Boden

  • hat oftmals einen hohen Sandanteil
  • lässt sich nicht formen und rieselt durch die Finger in der Hand
  • in der Regel keine Probleme mit Staunässe
  • oft eher nährstoffarm
  • geringe Speicherfähigkeit für Wasser
 ==> Düngung und vermehrtes Wässern kann notwendig sein

Normaler Boden

  • Mischung aus Sand, Lehm, Humus
  • formbar, aber nicht zu stark verdichtet
  • große Anzahl an Mikroorganismengute Speicherfähigkeit von Nährstoffen und Wasser
  • sehr gut für die meisten Pflanzenarten geeignet

Schwerer Lehm- oder Tonboden

  • sehr hoher Anteil von Ton oder Lehm
  • große Verdichtbarkeit
  • gute Speicherfähigkeit von Nährstoffen und Wasser
  • Gefahr von Staunässe aufgrund der Verdichtung

==> Mechanische Auflockerung und Untermischen von Kompost, Rindermulch, Humus etc. notwendig

Die Kombination macht es

Mit der richtigen Bodenbeschaffenheit gedeihen nicht nur die Pflanzen im Garten besser, sondern auch der Rasen, ob Rollrasen bzw. Fertigrasen oder auch gesäter Rasen, gedeiht besser und ist wesentlich resistenter gegenüber Witterungseinflüssen oder Nutzungsbeanspruchung, bspw. durch Kinderspiel oder sportliche Aktivitäten. Ebenso wird die Optik stark von der richtigen Bodenzusammensetzung und den darin enthaltenen Nährstoffen bestimmt. So kann bspw. ein Auftreten von Erkrankungen auch ein Zeichen von Problemen mit den Nährstoffen sein. Im unteren Teil "Probleme die auftreten können – Schädlinge und Krankheiten“ noch detailliert eingegangen.

Bestandteile des Bodens

Die festen Mineralteilchen bestimmen die zum großen Teil die Bodenart und sind Resultat des Ausgangsgesteins. Diese Teilchen umfassen dabei festes Gestein, Sand, Ton und ebenso Torf, auch wenn der Name Ausgangsgestein hier manchmal nicht direkt darauf schließen lässt. Die Größe und Anordnung der jeweiligen Partikel und die draus resultierenden Hohlräume bestimmen dabei zu einem Großteil die Eigenschaften im Hinblick auf Speicherfähigkeit von Wasser, Grad der Verdichtung oder eben Luftigkeit des Bodens. Das Luft-Wasserverhältnis ist eine Maßzahl für diese Bodeneigenschaft.

Silit oder auch Schluff hat eine Korngröße von 0,002-0,06 Millimeter, was für ein gut austariertes Verhältnis zwischen Wasser und Luft im Boden sorgt und für die meisten Bepflanzungen eine optimale Basis darstellt. Durch die Poren kann Wasser auf der einen Seite in ausreichendem Maße für die Pflanzen bereitgestellt werden, gleichzeitig kann überflüssiges Wasser aber auch gut ablaufen und so wird bspw. Staunässe vermieden. Besteht der Gartenboden zu einem großen Teil aus diesem Material, sind die mechanischen Eigenschaften schon sehr gut. Trotzdem sollte eine erste Bodenanalyse gemacht werden, um evtl. Nährstoffmängel oder pH-Wert-Verschiebungen feststellen und entsprechende Gegenmaßnahmen einleiten zu können.

Ist der Boden allerdings zu stark mit Sand oder Ton/ Lehm durchsetzt, können sich diese Gegebenheiten sowohl für Garten- und Heckenpflanzen, wie auch für Rasen und Rollrasen / Fertigrasen als problematisch erweisen. Daher widmen sich die  nächsten Unterkapitel noch einmal diesen speziellen Bedingungen und erläutert ebenso mögliche Verbesserungsmaßnahmen.

Sandboden / Leichter Boden

Sand bildet mit einer Korngröße von 0,06-2 Millimeter die grobkörnigste Art der Bodenteilchen und wird durch entsprechend große Hohlräume und eine geringe Dichte der Teilchen charakterisiert. Wasser kann diese Poren sehr gut durchdringen und wird nur in geringem Maße gehalten, so dass sandige Böden dazu neigen, schnell auszutrocknen und teilweise dann auch vom Wind abgetragen zu werden. Sie neigen dabei nicht zur Bildung von Staunässe, weil Wasser sehr gut abfließen kann. Ebenso werden Pflanzenwurzeln durch die großen Poren gut mit Luft versorgt. Aufgrund seiner geringen Dichte wird sandiger Boden auch als leichter Boden bezeichnet.
Neben der geringen Speicherfähigkeit von Wasser bedingen die Eigenschaften des Sandbodens aber auch eine eingeschränkte Speicherfähigkeit von Nährstoffen, die extern von verschiedenen Mineraldüngern eingebracht werden. Kompost stellt hier die bessere Alternative zur Düngung dar, mit der ebenfalls die Möglichkeit zur Bildung von Wasserspeichern verbessert werden kann.

Düngung & Verbesserung der Bodeneigenschaften

Reifer Kompost und anderes organisches Material dient gerade im Frühjahr als gute Anreicherung für sandige Böden, denn damit wird insbesondere die Speicherfähigkeit von Wasser und Nährstoffen verbessert. Langfristig bietet sich auch an, dass Altgrün, bspw. abgemähte Pflanzen oder Rasenreste auf diesem Boden verbleiben (siehe auch Kapitel zum Thema „Mulchmähen“), damit sich eine kleine Mulchschicht bildet. Durch diese natürliche Düngung wird der Boden ebenfalls vor mechanischen Umwelteinflüssen, wie bspw. Wind, geschützt ein vermehrtes Abtragen wird vermieden. Ebenso wird eine starke Verdunstung von Feuchtigkeit vermieden und zugleich werden Temperaturextrema etwas abgemildert. Gerade bei Brachflächen mit starker Windexposition kann die Erosion den Boden nachhaltig schädigen und die gesamte Bodenflora und –fauna beeinträchtigen.

Neben den organischen Materialien, die im Garten anfallen, verbessern mineralische Zusätze, wie bspw. Tonmehl (Betonit) die Fähigkeit, Nährstoffe zu speichern. Ebenso gibt der pH-Wert einen Hinweis auf Düngebedarf. Sollte die regelmäßige Messung (alle 2-3 Jahre sollte der pH-Wert des Bodens bestimmt werden) einen Wert von unter 5,5 ergeben, ist ein Kalken erforderlich.

Testen Sie den pH-Wert Ihres Bodens alle drei Jahre und kalken Sie den Rasen (auch Fertigrasen und Rollrasen sollte gekalkt werden) ihn im Frühjahr, wenn der Wert unter 5,5 liegt. Fördern Sie außerdem die Fähigkeit der Erde, Nährstoffe zu speichern, indem Sie Tonmehl, beispielsweise Betonit, auf den Boden ausbringen und mit einem Kultivator leicht einarbeiten.

Lehmboden / Tonboden / Schwerer Boden

Die kleinsten Bestandteile der festen Teilchen sind Tonteilchen, die im Allgemeinen einen Durchmesser von weniger als 0,002 Millimeter haben. Durch diese feinen Poren wird Wasser sehr gut gehalten, sorgt aber gleichzeitig dafür, dass Wasser nur schwer ablaufen kann und Staunässe bei sehr tonhaltigen Böden ein ernsthaftes Problem werden kann.

Ebenso wird zum Schweren Boden ein stark lehmhaltiger Boden gezählt, der sich ebenso wie Tonboden durch eine hohe Verdichtbarkeit und sehr gute Speicherfähigkeit von Wasser auszeichnet, aber gleichzeitig, genau wie Tonboden, schnell zu Staunässe neigt. Neben der Staunässe kann ein Luftmangel für die Pflanzenwurzeln problematisch sein.
Auf der einen Seite hält der schwere Boden auch im Frühjahr die Feuchtigkeit sehr lange und damit einhergehend hält diese Bodenart lange die winterlichen Temperaturen. Pflanzenwachstum kann durch diese kühlen Umgebungen verzögert werden. Ist ein schwerer Boden abgetrocknet, bildet sich eine sehr harte Struktur, die von Rissen durchzogen werden kann. Sowohl trockener, als auch sehr nasser Lehm- oder Tonboden kann nur schwer bearbeitet werden und ein Umgraben oder auch eine Bepflanzung ist sehr schwierig, so dass ein optimales Zeitfenster zur Bodenbearbeitung gewählt werden muss.

Aus den o.g. Gründen sollte die Struktur solcher Böden mit geeigneten Materialien aufgebessert werden.

Bodenverbesserung für schwere Lehm- und Tonböden

Stark lehm- oder tonhaltiger Boden sollte mit weiteren Bestandteilen vermischt werden. Auf der einen Seite bringt eine Durchsetzung mit Sand schon eine wesentliche Verbesserung im Hinblick auf Wasserdurchlässigkeit. Zudem kann die Struktur des Bodens durch organische Materialien wie reifen Kompost gelockert werden, indem sich dieser mit dem Tonboden zu größeren Krümeln verbindet und damit Anzahl und große der Hohlräume vergrößert wird und somit ebenfalls die Luftversorgung für die Pflanzenwurzeln optimiert wird.
Neben dem Einbringen von grobkörnigeren Bestandteilen hilft auch eine regelmäßige mechanische Belüftung des Bodens. Vor dem Winterfrost sollte tief umgegraben werden, denn dadurch eindringendes Wasser gefriert im Winter und dehnt sich aus. Sozusagen wird der Boden „aufgesprengt“ und dadurch gut für eine Belüftung im Frühjahr vorbereitet. Große Erdklumpen sollten ebenfalls mechanisch zerkleinert werden. Auch vielfach als Unkraut bezeichneter Gründünger kann mit der entstehenden Verwurzelung für eine nachhaltige Bodenlockerung sorgen.

Tiefenlockerung und Drainage

Sollten die oben aufgeführten Maßnahmen zu keinem ausreichenden Ergebnis führen, kann zusätzlich eine sog. Tiefenlockerung in Kombination mit einer Drainage notwendig sein. Maschinelle Bodenlockerung wird dabei in der Regel vom Fachmann mit den speziellen Maschinen vorgenommen. Sollte sich Staunässe weiterhin als Problem erweisen, kann auch eine Drainage als ständiger Wasserabfluss in den Boden eingearbeitet werden. Dazu werden spezielle Drainagerohre im Untergrund in ein Bett aus groben Materialien wie Sand oder Kies gelegt. Aus dieser natürlichen Wanne wird das Stauwasser durch die Rohre dann abgeführt. Auch mit diesen Maßnahmen sollte ein Fachmann betraut werden.